Hallo Welt
Wer in den frühen 2000ern das erste Mal eine HTML-Seite gebaut hat, kennt diesen Satz. Nicht als Begrüßung gemeint – sondern als Test. Funktioniert das hier überhaupt?
Die gleiche Frage stelle ich mir heute immer noch.
Ich bin Tim. Und ich habe ein ambivalentes Verhältnis zum Internet, das sich schwer in Worte fassen lässt.
Irgendwas zwischen einem Versprechen, das stillschweigend gebrochen wurde und einem naiven Kindheitstraum, aus dem ich nicht aufwachen möchte.
Aber fangen wir am besten vorne an. xD
Broadcast Yourself
YouTube, Let's Plays, Vlogs. Das Internet meiner Kindheit und Jugend war eine kunterbunte Spielwiese. Ein Ort für Querulanten, Nerds, Menschen die nirgendwo so richtig hin gepasst haben. Es fühlte sich an wie eine offene Tür in einen Raum, in dem jeder eine Stimme haben konnte und in dem Jeder sein konnte was er wollte.





Buntes Ensemble verschiedener Bilder von mir auf Reisen
Diese Magie hat mich nie losgelassen.
Ich bin aufgewachsen in der Übergangsphase vom wilden Westen des Internets. Kein Algorithmus, keine Optimierung, keine Brand Deals – einfach Menschen, die Zeug ins Netz gestellt haben, weil sie konnten. Als introvertierter Foto-Nerd war ich prädestiniert dafür, darin zu versinken. Und ich hab es geliebt.
Das Problem: Es hat bei mir nie so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Ich habe Zocken probiert. Streams. Filmkritiken. Technik. Jedes Mal mit Konzept, mit Plan, mit dem festen Vorsatz, diesmal durchzuhalten. Jedes Mal ist es irgendwann versandet – nicht weil es keinen Spaß gemacht hätte, sondern weil das Konzept mich eingeengt hat. Ich saß vor dem Mikro und dachte: Das passt nicht.
Dazu kommt; I'm rather late to the party.
Auf die Gefahr hin nostalgisch zu klingen, als ich alt genug war um aktiv zu werden, war das Internet mit dem ich aufwuchs bereits Geschichte.
Das Internet ist tot, lang lebe das Internet!
Ich habe eine Ausbildung in den Medien gemacht, in Agenturen gearbeitet, im Marketing, bei politischen Parteien – ich weiß, wie man Inhalte baut, wie man Botschaften optimiert, wie man eine Zielgruppe anspricht. Aber was ich eigentlich suche sind Menschen nicht Zielgruppen.
Auf der Suche nach einer digitalen Community, kann ich bislang nur eines sagen: Fehler 404 - Inhalt nicht gefunden.
Ich habe Gedanken, die irgendwo hin müssen – über Arbeit, über Zeit, über das, was wir aus unserem kurzen Aufenthalt auf diesem Planeten machen – und ich bin es ehrlich gesagt leid, sie für mich zu behalten und nur stillschweigend content für andere zu produzieren.
Fakt ist, ich mag Aufmerksamkeit. Das ist vielleicht bezeichnend für meinen Charakter, aber so ist es. Gleichzeitig habe ich habe Angst gehört zu werden. Das Internet ist kein Safespace mehr und ich habe mein Leben lang miterlebt wie es Leute ruiniert und kontinuierlich von der bunten Spielwiese zu einer großen, dampfenden Müllkippe degeneriert.
Und trotzdem will ich den naiven Kindheitstraum nicht begraben: dass auch in diesem neuen, kommerzialisierten Internet dieses Gefühl von Community möglich ist und vielleicht kann ich ja sogar aktiv dazu beitragen. - Ganz schön vermessen was? ;P
Shower Thoughts
Also hier ist der neue Versuch. Ohne Zielgruppenoptimierung, ohne festes Format, ohne inhaltliche Fixierung auf ein Thema. Ohne Call to Action, oder Hook.
Ich Teile meine Shower Thoughts und ihr Teilt eure.
Wir bestimmen zusammen wo die Reise hingeht.